Das Thema Radfahren ist von europäischem Interesse. Was unternimmt die Europäische Kommission in dieser Angelegenheit? In diesem Beitrag stellen wir von der EU entwickelte Websites, Erkenntnisse und Instrumente vor, die für die Bewertung und Planung der städtischen Mobilität und Radverkehrsinfrastrukturen in Ihrer Gemeinde, Provinz oder Region nützlich sein könnten.
Im März dieses Jahres interviewtenwir Ingenieur Francesco Seneci, den ehemaligen Präsidenten und jetziges Vorstandsmitglied des Clubs der fahrradfreundlichen Unternehmen (CIAB) über das Thema Radfahren in Italien. In diesem Beitrag möchten wir auf die zahlreichen Ressourcen hinweisen, die die Europäische Union zu diesem Thema und allgemein zur nachhaltigen Mobilität in Städten zur Verfügung stellt.
Das Fahrrad ist eine effiziente Art der Nutzung des teuren und knappen Raums in städtischen Gebieten und ist gesund, sauber und wirtschaftlich. Es hat ein enormes Potenzial, wenn man bedenkt, dass 50% aller Autofahrten in Städten kürzer als fünf Kilometer sind.
Auf dem informellen Treffen der EU-Verkehrsminister im Oktober 2015 in Luxemburg wurde eine „Declaration on Cycling” als klimafreundlicher Verkehrsträger verabschiedet.
Die Minister forderten die Europäische Kommission, die Mitgliedstaaten sowie die lokalen und regionalen Behörden auf, in diesem Bereich tätig zu werden.
Daher hat die Kommission in den letzten Jahren mit verschiedenen Initiativen begonnen, das Fahrrad stärker in die multimodale Verkehrspolitik einzubeziehen:

- Stärkung der Aspekte der Fahrradmobilität im Rahmen laufender Initiativen wie Civitas, einem der führenden Programme zur Verwirklichung nachhaltiger und intelligenter urbaner Mobilität für alle in Europa, und der Europäischen Mobilitätswoche, die dieses Jahr vom 16. bis 21. September stattfindet;
- mehr auf erhöhte Verkehrssicherheit in Bezug auf das Fahrrad achten;
- verstärkte Engagement mit einschlägigen zwischenstaatlichen Organisationen;
- Stärkung der Verkehrsstatistiken über das Radfahren.
Schon vor der Erklärung gab es jedoch verschiedene Aktivitäten und Ressourcen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs. Nachstehend ein paar besonders interessante.
Grundsätze für eine qualitativ hochwertige Gestaltung von Radverkehrsinfrastrukturen und -netzen

In diesem Abschnitt der offiziellen EU-Website werden Gestaltungsgrundsätze und Empfehlungen für Radverkehrsinfrastrukturen vorgestellt, wobei fünf Bereiche hervorgehoben werden, die beachtet werden sollten: Sicherheit, Unmittelbarkeit, Kohärenz, Attraktivität und Komfort.
Diese Anforderungen sollten einerseits als Zielvorgaben für alle Arten von Städten und andererseits als Kriterien für die Bewertung der bereits vorhandenen Radverkehrsinfrastrukturen betrachtet werden.
Natürlich werden die fünf Grundsätze auf der Website noch ausführlicher behandelt.
So ist beispielsweise die Sicherheit von entscheidender Bedeutung, obwohl Sicherheitsprobleme eines der größten Hindernisse für das Radfahren sind.
Radfahrer fühlen sich oft gefährdet, wenn sie sich im gleichen Raum wie der motorisierte Verkehr bewegen, da es bei Geschwindigkeit, Fahrzeuggröße und Verkehrsaufkommen Unterschiede gibt.
Möglicherweise mangelt es auch an Verständnis für die Bedürfnisse von Radfahrern seitens der Fahrer von Kraftfahrzeugen.
Die Gestaltungsgrundsätze zielen daher darauf ab, die tatsächliche und wahrgenommene Sicherheit zu erhöhen, indem sie folgende Ziele verfolgen:
- Begrenzung von Konflikten zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern durch die Trennung der Hauptradwege von Fußgängerwegen und schnellem/schwerem motorisiertem Verkehr;
- Verringerung des Autoverkehrs und der Geschwindigkeiten in der Nähe von Radfahrern, vor allem, wenn sich die Verkehrsteilnehmer vermischen;
- dafür sorgen, dass Konfliktpunkte an Kreuzungen deutlich dargestellt werden, damit die Verkehrsteilnehmer sich der Risiken bewusst sind und sich entsprechend verhalten können. Die Sichtbarkeit von Radfahrern sollte in der Nähe von Kreuzungen maximiert werden;
- dafür sorgen, dass Radwege gut beleuchtet sind;
- dafür sorgen, dass die Fahrradinfrastruktur gut gewartet wird.
Auf dieser Website können Sie dann mehr über die anderen 4 Bereiche und über die verschiedenen Aspekte einer Radfahrinfrastruktur erfahren. Schließlich können Sie verschiedene allgemeine Leitfäden als PDF-Dateien (in englischer Sprache) herunterladen.
Förderung nachhaltiger urbaner Mobilität
Auf Eltis.org finden wir die Beobachtungsstelle für urbane Mobilität (finanziert von der Europäischen Kommission), die den Austausch von Informationen, Wissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der nachhaltigen urbanen Mobilität in Europa erleichtert.
Sie richtet sich an Personen, die im Transportsektor und in verwandten Bereichen wie Stadt- und Regionalentwicklung, Gesundheit, Energie und Umweltwissenschaften arbeiten.
Eltis bietet Einblicke in das Thema „nachhaltige Mobilität“ durch lokale, regionale und europäische Nachrichten, statistische Daten, die Zusammenstellung von EU-Förderprogrammen, die Darstellung von Entwicklungen in der Gesetzgebung und der Politik sowie durch einen monatlichen Newsletter, den Sieauf dieser Seite abonnieren können.
Besonders nützlich ist der Abschnitt Ressourcen mit:
- Tools, Leitfäden, Handbüchern und Berichten zur Information und Unterstützung von Fachleuten für urbane Mobilität bei ihrer Arbeit, einschließlich der „Toolbox for Mobility Management” (als PDF), einer „Werkzeugkiste“ für Mobilitätsmanagement;
- Fallstudien und Videos, in denen erfolgreiche Beispiele im Bereich der nachhaltigen urbanen Mobilität vorgestellt und analysiert werden;
- Bildungs- und Werbematerialien.
