„Radeln durch die Bäume“ in Bosland ist ein einzigartiges Erlebnis: Man radelt bis zu einer Höhe von 10 Metern durch die Baumkronen. Ermöglicht wurde das Projekt auch durch eine besondere Konstruktion, die aus 449 Cortenstahlsäulen besteht.
Nach dem Projekt „Radeln durchs Wasser“in Bokrijk, das für die BAB (Bicycle Architecture Biennale) 2019/20 ausgewählt wurde, initiierte Visit Limburg Mitte Juni 2019 ein zweites großes Raderlebnis: “Radeln durch die Bäume” in Bosland, ein Radweg durch die Baumwipfel. Mit dieser Strecke präsentiert sich Limburg, Belgiens wichtigste Fahrradprovinz, einmal mehr als innovativer Vorreiter im Radtourismus.
Durch den Wald in einer Höhe von 10 Metern
Wir befinden uns in Pijnven – eine Autostunde von Brüssel entfernt – im Bosland-Wald: Diese riesige Naturoase von 5.137 Hektar liegt im Herzen Nordlimburgs, zwischen den Gemeinden Hechtel-Eksel und Pelt sowie den Städten Lommel und Peer.
Die Strecke kann von der Kreuzung 272 des für dieses Gebiet charakteristischen Radwegenetzes erreicht werden.
Mit dem Fahrrad oder zu Fuß kann man 700 m auf einer 3 m breiten Brücke zurücklegen, die aus einem Doppelkreis mit 100 m Durchmesser besteht, der allmählich bis zu einer Höhe von 10 Metern ansteigt (3-4 % Steigung) und dann mit dem gleichen Gefälle wieder abfällt, was für Radfahrer und Fußgänger ein sensationelles Erlebnis ist.
Aus Sicherheitsgründen gibt es nur eine Fahrtrichtung, und es wurde ein feines Drahtgitter mit einem Handlauf angebracht. Die Fahrradbrücke steht auf einer Struktur aus 449 einzigartigen Säulen aus Cortenstahl, die die Stämme der Kiefern symbolisieren und dafür sorgen, dass sich das Bauwerk perfekt in seine Umgebung einfügt.

Maximale Aufmerksamkeit für den Umweltkontext

Das Projekt wurde von dem Büro BuroLandschap unter der Leitung des Landschaftsarchitekten Pieter Daenen zusammen mit dem Architektenbüro De Gregorio & Partners realisiert. Sowohl in der Planungs- als auch in der Ausführungsphase des Projekts wurde auf den Schutz des Waldes Wert gelegt.
Dank eines gut durchdachten Bausystems konnten die Architekten die Fällung von Bäumen auf ein Minimum reduzieren. Die Struktur wurde so weit wie möglich in der Werkstatt hergestellt und vor Ort mit Hilfe eines 37 Meter hohen Krans montiert.
In der Nähe des Eingangs zur Strecke befindet sich ein Fahrradpavillon, der als Infopunkt und Rastplatz für Radfahrer und Fußgänger dient. Der Pavillon besteht aus zwei Cortenstahlrahmen, um die herum Baumstämme gestapelt sind. Diese Stämme stammen von den Bäumen, die gefällt wurden, um Platz für die Fahrradbrücke zu schaffen.
Ein weiteres Projekt zugunsten des territorialen Fahrradtourismus
Diese und weitere Projekte sind Teil des “Strategisch Actieplan Limburg in het Kwadraat” (SALK), eines strategischen Aktionsplans zur Wiederbelebung der Wirtschaft in der Provinz Limburg nach der Schließung des Ford-Autowerks Genk im Jahr 2014.
„Die Provinz verfügt inzwischen über mehr als 2.000 Kilometer sichere und weitgehend autofreie Radwege“, betont Igor Philtjens, Präsident von Visit Limburg. „In den vergangenen 25 Jahren hat sich das Netz der Fahrradknotenpunkte auch als wichtiger Motor für die Freizeitwirtschaft erwiesen. „Radeln durchs Wasser“ und „Radeln durch die Bäume“ ziehen immer mehr Radtouristen an und finden auch immer mehr internationale Anerkennung.
